Gedanken eines Schreiberlings
Blog
Das Wort zum Sonntag
Morally Grey Heros – meine dunkle Leidenschaft.
Ich bin ein bisschen voreingenommen.
Ich liebe Dark Romance. Der ein oder andere wird bereits gemerkt haben, dass mich Mafia Romance total anzieht. Ich liebe es, über dunkle Helden zu schreiben, über Figuren, die am Rand der Gesellschaft stehen, die Underdogs, die von jedem gehasst werden. Ich teile die Welt nicht gerne in Schwarz und Weiß ein, bei mir sind Protagonist und Antagonist meistens grau. Die Heldin selbst mag noch das schüchterne, liebenswerte Mauerblümchen sein – damit komm ich prima klar. Aber beim Helden habe ich eine ganz klare Vorstellung. Ich hasse die ehrlichen Pfadfinder-Typen Ala Prince charming. Meine Helden sind keine strahlenden Ritter, die auf einem weißen Pferd angeritten kommen, um die Protagonistin zu retten. Oh, nein.
Held oder Bösewicht? Genau das ist die Frage.
Ich liebe es, wenn du als Leserin nicht weißt: Ist das nun der Held oder der Antagonist? Wenn du dich das fragst, habe ich ein gutes Buch geschrieben.
Ein »morally grey« Hero erfüllt genau diese Bedingung. Er ist weder Held noch Bösewicht, sondern jemand, der sich in den Randzonen der Gesellschaft bewegt. Und genau deshalb fasziniert mich dieser Charaktertyp so sehr.
Das Spektrum ist riesig. Und ich nutze es aus.
Ihn zu schreiben, ist nicht einfach. In Dark Romance ist das Spektrum der morally Grey Heros riesig. Von fragwürdigen Typen, die im echten Leben eine red Flag wären, bis hin zu Monstern, vor denen die Heldin so schnell wie möglich wegrennen sollte. Die Abstufungen könnten nicht größer sein. Ist bei mir nicht anders. Ich habe CEOs, die mit zweifelhaften Geschäftsmethoden arbeiten, sich ihrer Leidenschaft hingeben bis hin zu Mafia-Killern, die ihre Liebste auf Händen tragen, jedoch die fiesen Kerle ohne mit der Wimper zu zucken töten. Was du bei mir nie finden wirst: Morally Grey Heros, die sich der Heldin gegenüber gewalttätig verhalten. Sowas mag ich nicht.
Warum lieben wir sie trotzdem – oder gerade deshalb?
Aber warum lieben wir eigentlich diese Art von Helden? Was fasziniert uns – mich als Autorin und dich als Leserin – daran? Die Antwort ist eigentlich ganz einfach. Ein Morally Grey Hero ist wie der Griff in die Keksdose, der uns verboten wurde. Wir wollen wissen, was in der Dose ist. Ist der Keks genauso lecker, wie wir vermuten? Wie fühlt es sich an, etwas Verbotenes zu tun? Werden wir erwischt? Ah, der Nervenkitzel! Und dann: Was passiert, wenn wir den Keks vernascht haben? Werden wir bestraft? Oh, ja, bitte! g Transportieren wir das auf unseren Morally Grey Hero, entsteht eine fast schon manische Obsession. Wie fühlt sich die Heldin? Was treibt sie dazu, ihm zu vertrauen, sich ihm hinzugeben? Wird sie es schaffen, ihn für sich zu gewinnen? Denn am Ende steht unsere Erwartung, dass sie es natürlich schafft – und dann wird die Belohnung episch sein. Wer Dark Romance liebt, will die ganze Bandbreite an Gefühlen, will, dass die Heldin richtig kämpfen muss, damit sich die Belohnung am Ende verdient anfühlt.
Meine rote Linie.
Aber – so hart der Kampf auch sein wird: Es gibt, zumindest bei mir, eine entscheidende Grenze. Ich liebe es, wenn die Prota kämpfen muss, wenn sie über sich hinauswachsen muss, aber die Gewalt, wenn sie von unserem Morally Grey Hero ausgeht, in meinen Dark Romance Büchern darf sich niemals gegen sie richten. Das ist meine »rote Linie«. Daran trenne ich toxische Dark Romance und die Art von Büchern, die ich schreibe.
Meine Dark Romance Helden sind genau so angelegt: Jeder meiner Helden trägt eine dunkle Seite in sich – egal ob Mafia oder Boss Romance. Aber Gewalt in all ihren Facetten werden sie niemals gegen ihre Liebste richten.
Also: Darf ich ihn lieben?
Ja, darfst du! Du darfst in die Keksdose greifen, den Nervenkitzel verspüren und den Reiz des Verbotenen genießen, so lange du den Unterschied zwischen Fiktion und Realität nicht aus den Augen verlierst.
Denn seien wir mal ehrlich: Niemand, der klar bei Verstand ist, würde sich in der Realität mit der Mafia auseinandersetzen. Das überlassen wir dann doch lieber den Behörden.
Aber in Büchern … ist alles erlaubt.
Vielen Dank, dass du meine Dark Romances genauso liebst wie ich.
Deine Kitty
