Gedanken eines Schreiberlings

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Vorfreude

Als Autorin habe ich einen wahnsinnig vollen Terminkalender. Der Tag hat gar nicht so viele Stunden, wie ich Ideen habe. Nun wollte ich gerne von Anfang an einen kleinen Schreiblog betreiben, wo ich euch mit Informationen zu spannenden Themen versorge. Daraus ist leider nichts geworden. 

Aber die gute Margaux Navara hatte in einer Gruppe einen tolle Idee und ich habe das zum Anlass genommen, meinen ersten Blogbeitrag zu schreiben. *yay* 

Das Thema sollte natürlich erotisch angehaucht sein und den Teilnehmerinnen eine Vielzahl an Möglichkeiten bieten. Wie ihr seht, hat sich Margaux für das Thema „Vorfreude“ entschieden. 🙂 Mein Beitrag wird am 9. Februar erscheinen und damit ihr einen kleinen Überblick über alle Teilnehmer bekommt habe ich ganz unten alle Teilnehmer mit den Links zu den jeweiligen Blogs eingefügt. Sobald die Beiträge erschienen sind, ändere ich die Links direkt zu den Beiträgen. 

Also eine Menge Lesestoff für euch. 

Viel Vergnügen damit. 🙂 

»Vorfreude ist die schönste Freude ...«

Wir alle kennen diesen Spruch und müssen unweigerlich an Weihnachten denken. Aber nicht nur der Volksmund weiß es ganz genau, sondern auch die Wissenschaft.
Wenn uns eine schöne Zeit bevorsteht, macht uns allein das schon glücklich. Grundvoraussetzung dabei ist allerdings, dass wir wissen, was kommt.
Menschen nehmen Vorfreude allerdings ganz unterschiedlich wahr.
Die einen brauchen genaues Wissen auf die bevorstehende Zeit, auf einen Urlaub, eine Belohnung, etwas, was unser Glückszentrum im Gehirn anspricht, das daraufhin schon mal ein paar entsprechende Hormone ausschüttet und uns ein gutes Gefühl beschert.
So funktionieren auch erotische Romane. Der Leser stellt bestimmte Erwartungen an Bücher dieses Genres und ließt sich voller Genuss Seite für Seite hindurch. Weil man genau weiß, was kommt. Die nächste erotische Szene linzt schon um die Ecke. Und wehe, wenn nicht!

Unwillkürlich begegnete ich seinem Blick. Er lächelte, so als ob meine Musterung ihm nicht entgangen war. Innerlich seufzte ich auf. An meinem Pokerface musste ich noch arbeiten, zumindest außerhalb des Pokerns.
»Was wollen Sie dann?«
Mr. H neigte den Kopf. »Sie.«
Ich schluckte beklommen. »Mich? Sie sagten, kein Sex.«
H bewegte leicht das Kinn. »Auch wenn ich es sehr bedauern werde, kein Sex. Ein Angebot. Sie hören es sich an. Wenn Sie annehmen, zahle ich Ihre Spielschulden und noch Einiges mehr. Fünf Minuten Ihrer Zeit, Ms. R.«
Ich hob die Augenbraue. Das war’s? Er wollte nur mit mir reden? Okay. Ich atmete tief durch. »Und dafür zeigen Sie mir, was Sie haben?«
H deutete auf mein Blatt. »Wir beide und dann werden wir sehen, wer gewonnen hat. Sie könnten den Tisch als reiche Frau verlassen.«
Ich zog die Augenbrauen zusammen. »Wer sagt Ihnen, dass ich nicht reich bin und nur gerade einen kleinen, unbedeutenden Kredit brauche, um Ihnen das blasierte Grinsen aus dem Gesicht zu wischen?« Neben mir schnappte jemand nach Luft. Ich ignorierte ihn. Mr. Hs Lächeln fokussierte meine gesamte Aufmerksamkeit auf ihn.
»Nennen Sie es Intuition.«
»Ha!«, machte ich. Mr. H ließ sich zu einem genüsslichen Grinsen hinreißen.
»Also, was ist? Nehmen Sie an?«
Ich zuckte mit den Schultern. »Natürlich. Wie könnte ich einem solchen Angebot widerstehen?«

Überraschende Wendungen sind natürlich auch nötig. Wir brauchen kleine Auseinandersetzungen, hitzige Wortgefechte und eine anschließende – heiße – Versöhnungsszene.

»Ms. Roberts, Lacey. Was soll das hier werden?«
Sie sah zu ihm auf, reckte leicht das Kinn. Die Locken fielen ihr über die Schulter und entblößten so einen makellos schlanken Hals. Hunters Handinnenfläche kribbelte. Unwillkürlich biss er sich auf die Lippen. Er wollte sie berühren. So sehr. Doch bevor der Drang zu übermächtig wurde, versenkte er die Hand in der Hosentasche. Lacey lächelte wissend. Verdammt, sie hatte ihn erwischt.
»Ein Abendessen.«
»Wir essen nicht zusammen. Wir unterhalten uns nicht. Wir spielen nur Theater. Ich bin Ihr Boss und Sie meine Angestellte, Ms. Roberts. Ich bezahle Sie dafür, hier zu sein. Außerhalb dieser Vereinbarungen sind wir kein Paar. Das bedeutet, wir essen nicht zusammen.«
Lacey schmunzelte und legte ihre Finger um seine Krawatte. Sanft zog sie daran, doch er rührte sich keinen Zentimeter. Ruckartig griff er nach ihrem Handgelenk. Der Zorn wallte erneut in ihm auf. Niemand durfte ihn anfassen. Nicht auf diese verführerische Weise. Selbst wenn er eine Escort buchte, stellte er klare Regeln auf. Ihre Hände blieben bei ihr. Hunter glaubte nicht, dass es überhaupt nötig sein würde, ihr diese Regeln zu erklären, dass sie sich ihm auf diese Weise nähern würde. Hastig wirbelte er sie herum. Sie keuchte auf und starrte ihn an. Feuer brannte in ihren Augen. Die dunkle Maske verstärkte ihren flammenden Blick nur noch mehr. Lacey prallte gegen ihn, ihre flache Hand landete auf seiner Brust. Ihre Nägel durchdrangen sein Hemd, gruben sich in seinen großen Brustmuskel. Ein wohliger Schauer ließ ihn erzittern.
»Fassen Sie mich nicht an, Ms. Roberts«, knurrte er.
Lacey starrte ihn an. Hasserfüllt? Nein, doch er musste sich davon überzeugen. Hastig riss er ihr die Maske vom Gesicht. Sie keuchte erschrocken auf, doch sie wich keinen Zentimeter zurück, noch wandte sie sich ab. Mutig erwiderte sie seinen Blick. Was er sah, verwirrte ihn. Trotz, Angriffslust und … Leidenschaft? Hunter biss sich unwillkürlich auf die Unterlippe und packte ihren schlanken Hals. Er schloss die Finger um ihre Kehle. Sie musste doch Angst vor ihm haben, oder? Jede Frau fürchtete sich vor ihm, wenn er sie so anfasste, doch Lacey nicht. Ihr Herz raste, er fühlte den erhöhten Puls unter seiner Handfläche. Hunters Augen weiteten sich und dann war der Zorn zurück. Sie musste sich fürchten, sie musste einfach … Verlangen überwältigte ihn und urplötzlich wusste er, was er tun musste, was ihn die ganze Zeit quälte. Hastig presste er die Lippen auf ihren herrlichen Mund. Lacey keuchte auf und … leistete Widerstand. Hunter zerrte sie an sich, presste seine Zunge gegen ihre Lippen, doch sie bot ihm die Stirn. Er kämpfte, wollte sie besitzen und urplötzlich gab sie nach. Ungläubig weiteten sich seine Augen, als ihre Lippen sich teilten und er sie in Besitz nehmen konnte. Sie schmeckte herrlich, nachgiebig und weich, warm und anschmiegsam, doch er spürte auch ihr Feuer. Als ob sie sich nur einen winzigen Moment vergessen hatte, riss sie sich von ihm los und verpasste ihm eine brennende Ohrfeige.

Am Ende steht selbstverständlich die glückliche Vereinigung des – meist weiblichen – Heldens.

»Ich habe vielleicht dem Prosecco etwas zu sehr zugesprochen. Könntest du dich bitte aufs Fahren konzentrieren?« Das sagte sie, doch was sie meinte, war etwas ganz anderes. Könntest du bitte aufhören, mich anzufassen? Nein. Hunter hatte nicht vor, seine Hand wegzunehmen. Ganz im Gegenteil.
»Das ist ein Automatik. Der fährt praktisch …«
»… automatisch?«
Hunters Kopf fuhr herum. Lacey grinste. Und da war sie wieder. Die freche Zunge, die er so sehr an ihr schätzte. Mit Lacey kam nie Langeweile auf.
»Genau«, brummte Hunter. »Damit ich so etwas tun kann.« Er sah wieder auf die Fahrbahn und ließ seinen Fingern freien Lauf, ließ sie Dinge tun, die er niemals bei einer gewöhnlichen Bekanntschaft mit einer Frau auch nur in Erwägung gezogen hätte. Doch Lacey wollte, dass er sie anfasste. Aus rein geschäftlichen Gründen. Gut, dann würde er es auch richtig machen. Hunters Daumen malte kleine Kreise auf ihr Knie, seine Hand fuhr zwischen ihre Schenkel und unter ihr Kleid. Lacey sog scharf die Luft ein.
»Hunter, sollten wir nicht …« Ihr Atem ging stoßweise. Ein leichtes Zittern rollte über ihre Muskeln. Mit einem berechnenden Lächeln registrierte er die Veränderungen ihres Körpers. Absolut hinreißend. Er wollte mehr Reaktionen auslösen, wollte ihren Körper zum Beben bringen. Das leichte Frösteln reichte ihm längst nicht mehr aus.
»Wir sollten.« Hunter hielt an einer Ampel, legte den Unterarm über das Lenkrad und beugte sich zu Lacey. »Uns aufwärmen. Für die Show.« Hunter wollte sie nicht an die verletzenden Worte des gestrigen Abends erinnern. Andererseits hatten sie ihn ebenso gekränkt. Also warum nicht mit gleicher Münze zurückzahlen?
Lacey zuckte zusammen. »Es tut mir leid. Ich hätte das nicht sagen dürfen. Es war …«
»Absolut richtig. Wir spielen hier nur etwas vor, oder? Wir dürfen das auf gar keinen Fall genießen.« Sein Atem ging schwer, während sein Blick über ihren Körper glitt. Sie trug ein am Oberschenkel hochgeschlitztes Abendkleid mit schmalen Trägern und einem Ausschnitt, der ihn regelrecht dazu anstachelte, die Nase zwischen ihre Brüste zu schieben. Herrgott noch mal, er wollte wissen, wie sie dort roch, wie sie schmeckte. Hunter leckte sich die Unterlippe. Er würde es erfahren, definitiv.
»Absolut nicht.« Lacey krallte die Nägel in seine teuren Polster, doch das war ihm gerade herzlich egal, denn sie hörte in diesem Moment auf, seine Handfläche zwischen ihren Schenkeln einzuklemmen. Sie entspannte sich, gab ihm einen Millimeter Platz und lehnte den Kopf an die Stütze in ihrem Nacken. »Bitte …«, wimmerte sie. Seine Augen weiteten sich erstaunt. Hunter wusste nicht, ob sie ihn gerade bat, aufzuhören, oder ob sie ihn anflehte, weiterzumachen. Also tat er einfach das, was er wollte. Manchmal war auch er zu Spaß fähig, wenn es denn in den Terminkalender passte. Zufällig fand er heute Zeit dafür. Rein zufällig.
Die Ampel sprang auf Grün und er gab Gas, während seine Hand ihre Oberschenkel zerteilte. Lacey öffnete sich ihm, stellte die Füße ein wenig breiter auf und rutschte tiefer in den Sitz. Hastig warf er einen Blick zur Seite. Sie wölbte sich regelrecht seinen Berührungen entgegen. Hunter schnappte unwillkürlich nach Luft und ließ seine Hand nach oben gleiten, suchte ihre Mitte … und erschrak. Heiße Feuchtigkeit empfing ihn.
»Ms. Roberts«, keuchte er. Ihre Muskeln erzitterten um seine Hand.
»Ja?«, schnappte sie und bog sich ihm entgegen.
»Sie sind bereits feucht.«
»Ja«, antwortete sie gedehnt. Hunter lachte und malte sanfte Linien auf ihren Oberschenkel. Immer wieder streifte er den Steg ihres Höschens.
»Was trägst du? Ich spüre nicht viel.«
»Einen String.«
Hunters Brust erbebte. Oh, Gott, er wollte sie. Wenn sie nicht bereits spät dran wären, würde er ranfahren und sie nehmen. Irgendwie. Sein Sportwagen war viel zu eng für heißen Sex, also musste er wohl improvisieren. »Spreiz die Beine.«
Lacey sah ihn erstaunt an. Hunter erwiderte ihren Blick. »Das steht nicht im Vertrag«, murmelte sie und folgte seinen Anweisungen.
Seine Finger schlüpften in ihr Höschen, ihre Lider flatterten köstlich, als er sanft ihre Spalte erkundete. »Nein.«

Das Happy End muss stimmen

Ist jedoch ein weniger glückliches Ende in Sicht, gar die Liebenden am Ende getrennt im Unglück oder einer tot? Nein, das braucht der Leser nicht. Die Erwartungen sind enttäuscht und lassen uns frustriert zurück.
Natürlich ist es ein Muss, dass das Pärchen am Ende glücklich und zufrieden ist. Die Widrigkeiten, die es dabei durchleben muss, spielen dabei nur eine untergeordnete Rolle. Es ist fast egal, wie viel Steine sich auf dem Weg der Protagonisten zum Altar befinden. Wichtig ist: das Happy End muss stimmen.

Nicht immer muss es die Hochzeit sein, da der Tritt vor den Pfarrer allerdings mit einem absoluten Glücksmoment verbunden ist, verstärkt dieser das positive Leseerlebnis nur noch zusätzlich.

Gefahren einer zu hohen Erwartungshaltung

Allerdings birgt diese Erwartungshaltung der Leser auch ein gewisses Gefahrenpotential. Als Autor muss ich genau die richtige Mischung Drama erwischen und darf mich nicht in den kleinen Seitenkämpfen verlieren, um die Vorfreude beim Leser nicht überzustrapazieren. Meine Leser erwarten Erotik, nicht zu viel, nicht zu wenig. Genau die richtige Mischung, denn als Autor weiß ich genau: Vorfreude hat ein Verfallsdatum.
Zögere ich das Happy End zu lange hinaus, mindert sich das Glücksgefühl der Leser, der Hach-Moment nutzt sich ab und die Zufriedenheit am Ende, wenn die Liebenden endlich glücklich vereint vor den Altar treten, fühlt sich nur noch halb so schön an. Und sollte sie gar in einem Cliffhanger am Abgrund baumeln, habe ich als Autor total verspielt.

Gibt es Möglichkeiten, als Leser dagegen etwas zu unternehmen?

Diese Frage ist schwierig zu beantworten. Zum einen kann man bewusst zu Romanen greifen, die erotische Szenen versprechen. Das Cover und die eingeordnete Kategorie ist ein guter Hinweis. Auch befinden sich bereits im Klappentext Wörter, die auf einen hohen Knistereffekt hinweisen. Auch »The Fake Wedding Deal« gehört in diese Kategorie. Obwohl kein sexy nackter Oberkörper auf dem Cover ist. Aber gerade in Deal-Romanzen geht es vorrangig darum, zwei Protagonisten zusammenzubringen, die sich auf den ersten Blick nicht leiden können und dann aber doch im Bett zusammen laden.

Wie erfüllen Autoren also jetzt die Vorfreude ihrer Leser? Indem sie genau das schreiben, was sie auf dem Cover versprechen. Knisternde Erotik mit einer Prise Vorfreude, so dass der Leser den heißen Szenen freudig entgegenfiebern kann.

Die hier vorgestellten Schnipsel stammen aus:
The Fake Wedding Deal

Sie verliert alles, er bezahlt und heiratet – sie.

Pech im Spiel, Glück in der Liebe?

Lacey pokert nicht gut genug. Genau das wird der Enthüllungsjournalistin zum Verhängnis, als sie sich bei einem illegalen Pokerspiel verzockt. Ein maskierter Mann bezahlt ihre Schulden, aber die edle Geste hat einen Haken: Lacey soll ihn im Gegenzug heiraten. Doch was tut man nicht alles für eine gute Story?

Nur wenn Hunter Harrington endlich heiratet, überschreibt ihm sein Onkel die ersehnten Firmenanteile. Glücklicherweise hat er eine Schwäche fürs Pokern: Die Kleine, die sich am Spieltisch verkalkuliert, kommt ihm gerade Recht. Sie verliert, er bezahlt und heiratet – sie.

Doch dann gerät der aalglatte Unternehmer in Schwierigkeiten: Die junge Frau geht ihm schon bald näher, als er zulassen will. Kaufen kann man fast alles, doch Liebe kann man nicht vertraglich vereinbaren. Oder doch?

Spannende und knisternde CEO-Erotika über eine Fake-Hochzeit mit expliziten Szenen und Happy End.

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